Bauphysik+

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00:00:08: Martin Zerwas: Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge von Bauphysik Plus heute mit einer Spezialausgabe vom Thema von den Beteiligten von allem. Und zwar werden wir heute einen Ausflug in die Baugeschichte machen und in die Akustik.

00:00:23: Martin Zerwas: Lars ist heute leider nicht mit von Partie. Dafür der Dombaumeister des Doms zu Aachen, der uns mitnimmt in die ja baukulturelle Vielfalt, in die Geschichte, und wir werden sprechen über die Möglichkeit der akustischen Simulation. Wir werden sprechen über 3 D Laserscans, die derzeit vom Aachener Dom gemacht werden, also freuen sie sich auf eine Sonderausgabe von Bauphysik Plus und wie immer Wünsche.

00:00:49: Martin Zerwas: Kritik, Anregungen, gerne in die Kommentare. Viel Vergnügen.

00:01:07: Sprecher: Stellen Sie sich eine Zeit vor, in der das Leben der Menschen von Dunkelheit und Glauben durchdrungen war.

00:01:14: Sprecher: Eine Zeit, in der die Welt von tiefem Aberglauben und Hoffnung auf göttlichen Schutz erfüllt war.

00:01:20: Sprecher: In der die steinernen Mauern der Kirchen und Kathedralen das einzig Beständige in einem sonst oft harten, unbeständigen Leben waren.

00:01:31: Sprecher: Es ist das Mittelalter, eine Epoche der Könige, Kriege und Klöster.

00:01:37: Sprecher: Die Menschen lebten in einer von Gott geformten Welt, deren Regeln von den heiligen Schriften bestimmt wurden und deren Herrscher sich als Gesandte des Himmels verstanden.

00:01:47: Sprecher: Inmitten dieser strengen Hierarchien und einfachen Lebensweisen entstand eine spirituelle Sehnsucht, die sich in den mächtigen Kathedralen der Zeit manifestierte.

00:01:57: Sprecher: Diese Gebäude waren mehr als steinerne Bauwerke. Sie waren Tore zwischen dem Irdischen und dem Göttlichen.

00:02:07: Sprecher: Den Kirchen kam in dieser Zeit eine unvergleichliche Bedeutung zu. Sie waren die sicheren Häfen in einer Welt voller Gefahren und Ungewissheiten, die Orte, an denen jeder, ob Bauer oder Adliger, vor Gott gleich war.

00:02:23: Sprecher: Der Bau des Aachener Doms, eines der frühesten und prächtigsten Bauwerke des christlichen Abendlands, sollte die Macht und das Ansehen Karls des Großen zementieren.

00:02:35: Sprecher: Hier verbanden sich Politik und glauben in monumentaler Architektur, die den himmlischen Einfluss auf das Reich Karls des Großen sichtbar machen sollte.

00:02:44: Sprecher: In einer Epoche, in der wenige lesen konnten, diente die Architektur als Heilige Schrift aus Stein, durch die die Kirche und die Könige ihre Macht demonstrierten.

00:02:57: Sprecher: Die Akustik der Kirchenräume war entscheidend für die Macht der Worte und Gesänge. Wenn das Ave Maria über die Wände halte und der Chor zu singen begann, verschmolzen die Stimmen der Gläubigen mit der steinernen Stille.

00:03:10: Sprecher: In diesem Klang lag eine Überwältigung, die die Seelen der Menschen erreichte. Ein Spiegel des Göttlichen auf Erden.

00:03:19: Sprecher: Der Dom von Aachen, ein ewiges Symbol einer Epoche, die so viel Wert auf das diesseits und das Jenseits legte.

00:03:27: Sprecher: Hier beginnt unsere Reise in eine Zeit, in der Mauern mehr als Mauern waren.

00:03:33: Sprecher: In der Glaube und Stein zusammen eine Brücke zum Himmel formten. Der Aachener Dom, ein Meisterwerk der Architektur und ein lebendiges Zeugnis europäischer Geschichte.

00:03:45: Sprecher: Er richtet im späten achten Jahrhundert unter Kaiser Karl dem Großen diente er als Herzstück seiner Pfalz und als politisches Symbol seiner Macht.

00:03:54: Sprecher: Heute nehmen wir sie mit auf eine Reise durch die faszinierende Geschichte dieses einzigartigen Bauwerks.

00:04:01: Sprecher: Im Zentrum des Doms steht die pfalzkapelle ein herausragendes Beispiel karolingischer Architektur inspiriert von der byzantinischen Baukunst insbesondere der Basilika sanvitale in ravenna beeindruckt die Kapelle durch ihre geometrische Klarheit und monumentale.

00:04:19: Sprecher: Senf der zentrale achteckige Kern, umgeben von einem sechzehneckigen Umgang, symbolisiert Neuanfang und Ewigkeit in der christlichen Symbolik. Die massive Kuppel mit über 30 Metern Höhe und einem Durchmesser von 16 Metern war zurzeit ihrer Errichtung eine ingenieurtechnische Meisterleistung.

00:04:39: Sprecher: Im 14 Jahrhundert wurde der Dom durch den gotischen Chor erweitert, bekannt als Aachener Hochmünster. Dieser Chor, ein Meisterwerk der Gotik, zeichnet sich durch seine hohen, filigranen Glasfenster aus, die zu den größten ihrer Zeit gehören. Die.

00:04:56: Sprecher: Die Kombination aus dem massiven Karolinischen Kernbau und den eleganten gotischen Elementen verleiht dem Dom sein einzigartiges Erscheinungsbild.

00:05:06: Sprecher: Die Architektur des Aachener Doms ist Ausdruck der universalen Herrschaftsidee Karls des Großen. Durch die Verschmelzung verschiedener architektonischer Stile wollte er die Einheit seines Reiches symbolisieren, das sowohl westlich als auch östliche Traditionen umfasste.

00:05:24: Sprecher: Bautechnisch war der Dom ein Vorreiter in der Anwendung innovativer Techniken. Die Errichtung der großen Kuppel erforderte fortschrittliche Kenntnisse in Statik und Materialkunde, die Maurer verwendeten verstärkte Rippen und Gurte, um die Last der Kuppel zu verteilen und die Stabilität des Gebäudes zu gewährleisten, die Integration von Spolien hatte nicht nur symbolische Bedeutung, sondern ermöglichte auch die Nutzung hochwertiger Materialien, die Lokal nicht verfügbar waren.

00:05:54: Sprecher: Der Aachener Dom war Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse von europäischer Bedeutung.

00:06:01: Sprecher: Von 936 bis 1531 fanden hier die Krönungen von insgesamt 31 deutschen Königen und 12 Königinnen statt.

00:06:12: Sprecher: Diese Krönungszeremonien unterstrichen die zentrale Rolle Aachens im Heiligen Römischen Reich.

00:06:19: Sprecher: Seit dem Mittelalter ist der Dom ein bedeutender Wallfahrtsort alle 7 Jahre werden die 4 großen Reliquien gezeigt das Kleid mariens die Windeln Jesu das lendentuch Christi und das enthauptungstuch Johannes des täufers diese Tradition bekannt als heiligtumsfahrt sieht Pilger aus der ganzen Welt an.

00:06:41: Sprecher: Im 13. Jahrhundert wurden der Karlsschrein und der Marienschrein gefertigt, prächtige Goldschmiedearbeiten, die die Reliquien beherbergen.

00:06:50: Sprecher: Der Karlsschrein enthält die Gebeine Karls des Großen und ist ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Kunst.

00:06:57: Sprecher: Der Dom überstand die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs vergleichsweise unbeschadet.

00:07:03: Sprecher: 1978 wurde er als erstes deutsches Bauwerk in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

00:07:11: Sprecher: Der Aachener Dom ist nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Symbol für die Einheit Europas. Er repräsentiert die Verschmelzung verschiedener kultureller Einflüsse und steht für die gemeinsamen Wurzeln des Kontinents.

00:07:26: Sprecher: Seine reiche Ausstattung mit Kunstwerken, Mosaiken und Skulpturen spiegelt die wechselnden Stilrichtungen und Epochen wieder.

00:07:34: Sprecher: Die fortlaufenden Restaurierungsarbeiten und archäologischen Untersuchungen tragen dazu bei, unser Verständnis von der Vergangenheit zu vertiefen.

00:07:43: Sprecher: Der Aachener Dom ist weit mehr als ein beeindruckendes Bauwerk. Er ist ein lebendiges Geschichtsbuch, das von den Höhen und Tiefen Europas erzählt.

00:07:53: Sprecher: Seine Mauern haben Kaiser und Könige gesehen, Hilger und Touristen empfangen und Kriege überstanden. Tauchen sie ein in die faszinierende Welt des Aachener Doms und entdecken sie die Geheimnisse eines Ortes, der seit über eintausendzweihundert Jahren Menschen in seinen Bann zieht. Die Raumakustik spielte bei der Gestaltung des Aachener Doms und zurzeit seiner Errichtung eine bedeutende Rolle.

00:08:18: Sprecher: Im Mittelalter waren Kirchen nicht nur Orte des Gebets, sondern auch zentrenmusikalischer Aktivitäten, insbesondere des liturgischen Gesangs.

00:08:27: Sprecher: Daher war es wichtig, dass die Architektur die akustischen Anforderungen der liturgischen Zeremonien unterstützte.

00:08:34: Sprecher: Die Pfalzkapelle, das Herzstück des Doms, wurde mit einem achteckigen Grundriss und einer hohen Kuppel konzipiert. Diese Bauweise fördert eine natürliche Verstärkung und Verteilung des Schalls.

00:08:47: Sprecher: Die Kuppel wirkt als Resonanzkörper, der den Klang nach unten in den Versammlungsraum reflektiert.

00:08:54: Sprecher: Dies ermöglicht es, dass Gesänge und gesprochenes Wort im gesamten Raum klar und deutlich hörbar sind.

00:09:01: Sprecher: Die Verwendung von Materialien wie Stein und Marmor mit harten, glatten Oberflächen trägt ebenfalls zur Reflexion des Schalls bei. Dadurch entsteht eine längere Nachhallzeit, die den sakralen Charakter der Musik und der liturgischen Gesänge unterstreicht.

00:09:18: Sprecher: Die architektonische Gestaltung mit hohen Gewölben und offenen Räumen fördert zudem eine gleichmäßige Schallverteilung.

00:09:26: Sprecher: Obwohl es aus der Zeit Karls des Großen keine detaillierten Aufzeichnungen über akustische Planungen gibt, lässt die Bauweise vermuten, dass akustische Überlegungen in die Gestaltung eingeflossen sind.

00:09:39: Sprecher: Die Architekten und Baumeister des Mittelalters besaßen ein empirisches Wissen über die Auswirkungen von Raumgrößen und Formen auf die Akustik. Dieses Wissen wandten sie bei der Konstruktion von Kirchengebäuden an.

00:09:54: Sprecher: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Raumakustik ein wichtiger Aspekt bei der Gestaltung des Aachener Doms war.

00:10:01: Sprecher: Sie unterstützte die liturgischen Funktionen und schuf ein intensives spirituelles Erlebnis für die Gläubigen.

00:10:10: Jan Richarz: Guten Morgen noch mal herzlich Willkommen allerseits, pardon, dass wir ein bisschen später starten, aber so ist das Leben, wenn man baut. Wir haben drüben eine Baustelle und da habe ich gerade ziemlich Termindruck drin und deshalb musste ich heute morgen den Bauunternehmer ganz klar machen, dass wir heute und morgen da fertig werden müssen und das sagt keine Ausreden mehr geben.

00:10:27: Jan Richarz: Dementsprechend war das leider sehr dringend gerade.

00:10:31: Jan Richarz: Ja herzlich willkommen beim Aachener Dom wir kennen uns schon ne aus den Sitzungen die anderen kennen mich noch nicht ja Jan Richards Ich bin seit 2 Jahren hier im Aachener dommeister.

00:10:42: Jan Richarz: Hab natürlich diverse Aufgaben, die den Dom betreffen, aber eben nicht nur den Dom. Meine Abteilung macht auch alle anderen Gebäude und Liegenschaften des Domkapitels, das heißt, ich hab den Dom, ich hab die Dom Singschule, ich hab die Schatzkammer.

00:10:55: Jan Richarz: Tun und ich hab nur 30 weitere Liegenschaften mit Wohn und Geschäftshäusern drin, die wir bearbeiten. Dementsprechend viel haben wir zu tun.

00:11:05: Jan Richarz: Und meine Hauptaufgabe ist aber natürlich Dombaumeister und dementsprechend auch immer die Fragestellung, was ist am Dom, was passiert am Dom, was muss.

00:11:12: Jan Richarz: Da bearbeiten.

00:11:13: Jan Richarz: Und Anfang des Jahres meldet sich Martin Zerbers bei mir und wir haben überlegt, dass es sehr schön wäre, wenn wir mit der FH auch mal wieder ein schönes Projekt in Gang setzen können und dass es für uns jetzt hier der Auftakt mit ihnen allen zusammen.

00:11:30: Jan Richarz: Ich weiß nicht, wie gut Sie den Dom kennen oder wissen, was im Dom.

00:11:33: Jan Richarz: Passiert der Aachener Dom jetzt mal nicht auf die Geschichte bezogen ist aber ein Ort der für viele Menschen ganz besonders interessant ist Wir sind ein Weltkulturerbe das heißt wir ziehen unheimlich viele Touristen an Wir sind eines der ersten 12 Welterbe und das ist ganz wichtig Es gibt viele Leute die versuchen nur diese ersten 12 welterbestätten zu bereisen weil die 12 zusammen eingetragen wurden.

00:11:56: Jan Richarz: Und das stellt schon so ein bisschen heraus wie wichtig der Dom im Bereich der unesco ist im Bereich aber auch der Denkmäler in der deutschen.

00:12:03: Jan Richarz: Mal Landschaft. Wir haben hier im Jahr 1,4 Millionen Besucher im Gebäude drin, das ist ne ganz schöne Masse und jetzt ab Freitag nächste Woche startet der Weihnachtsmarkt. Wenn sie dann hier am Dom sind, werden sie erleben, dass hier plötzlich wirklich der Bär tanzt.

00:12:18: Jan Richarz: Das ist enorm. Wir haben in dem einen Monat, den der Weihnachtsmarkt läuft, zweihundertachtzigtausend Besucher.

00:12:23: Jan Richarz: Das sind Massen die man sich kaum vorstellen kann und während das alles läuft führen wir jeden Tag 2 Gottesdienste durch plus einige sondergottesdienste.

00:12:30: Jan Richarz: Und haben auch noch Veranstaltungen, beispielsweise findet Morgen Abend die Nacht der Lichter im Dom statt. Das ist dann ne Veranstaltung, wo junge Menschen zusammenkommen und eben bei einer entsprechenden Lichtstimmung mit Musik im Dom verweilen können.

00:12:43: Jan Richarz: Das ist ne ganz schöne Sache. Am Sonntag findet eine Kinderbuch Lesung statt, also n Kinderautorenlesung.

00:12:50: Jan Richarz: Und im November machen wir noch ein Konzert im Dezember machen wir sowieso auch noch das ein oder andere Konzert das heißt da ist n veranstaltungsraum auch im Dom drin denn nicht nur Gottesdienst zum Inhalt hat sondern eben auch ganz viele andere Dinge und das macht.

00:13:03: Jan Richarz: Los mit dem, was alles passiert, das können Sie sich kaum ausmalen, was wir da drin alles arrangieren und organisieren müssen, was sie dem Dom auch nicht ansehen, ist die Technik, die der inzwischen beinhaltet, ne sie gehen da rein und sie sehen erstmal die Pracht des Gebäudes, sie sind n bisschen erschlagen und sehen Mosaike, Marmor, Gold alles Mögliche und dahinter steckt ein riesiges Netzwerk.

00:13:26: Jan Richarz: Zum Beispiel unser kamerasystem Wir haben 53 Videokameras verbaut die Flamme und Raucher kennen besucherzellen als einbruchmeldeanlage fungieren.

00:13:36: Jan Richarz: Die sind im Gebäude verteilt, die fallen ihnen auch kaum auf. Wir haben ne neue Beleuchtungsanlage, die sich sehr detailliert steuern lässt. Jede einzelne Leuchte können wir einzeln ansteuern, wenn wir das wollen, das sind Tausende LED leuchten, die wir da verbaut haben in verschiedenen Varianten, ich kann verschiedene Lichtszenen im Dom steuern, je nachdem was da gerade gewünscht ist.

00:13:56: Jan Richarz: Wenn sie dann nach oben am Turm gucken, da oben sind 8 Glocken verbaut und die 8 Glocken stammen zum großen Teil aus dem 17. Jahrhundert. Ich kann heute per App einstellen, wie der Schlagabstand zwischen den Glocken sein soll, also ob das ne Minisekunde mehr oder weniger sein soll.

00:14:09: Jan Richarz: Das alles steckt da schon drin und das alles können wir machen. Wir sind sehr technikaffin und deshalb auch der Yannick Leiter bei denn die RWT.

00:14:18: Jan Richarz: Die Sapiens aus Rom und die Robert Gordon University aus Aberdeen in Schottland haben ein 3 d Modell gebaut.

00:14:26: Jan Richarz: Was heißt gebaut? Gemessen?

00:14:28: Jan Richarz: Gebaut wär genau das falsche Wort, denn früher haben wir ja, wenn wir n Aufmaß gemacht haben, haben wir von Hand gezeichnet. Irgendwann gab es Tachymeterstationen, dann haben wir irgendwo gestanden so n Punkt getackert und im Computer ne Linie gezeichnet, das machen heut die Scanner quasi automatisiert und nachher muss man sehr viel Arbeit investieren, dass diese 3 d Modelle verwendbar werden und das haben eben die Teams von den 3 Hochschulen gemacht, dieses Modell ist

00:14:51: Jan Richarz: Sehr sehenswert, sehr sagenhaft in der Qualität, auch in der Detailtiefe und das führt dazu, dass wir damit weiter denken können, denn das was jetzt hier geplant ist, was wir angesprochen haben, die Auroralisierung des Doms zu beginnen, also zu überlegen, wie funktioniert der Raum, was passiert da alles, das ist die nächste Stufe, die man da zünden kann und das freut mich ganz besonders, dass wir da auch mit FA und RWTH zusammenarbeiten können, denn.

00:15:18: Jan Richarz: Das ist, was, das in der heutigen Zeit, glaube ich, ganz wichtig ist, dass man nicht so ein Konkurrenzdenken mehr hat wie früher, dass wir sagen, die, die auf der FH, das sind ja nur die, die Praxis machen, die können ja gar nichts anderes, und die auf der TA, die machen nur die Theorie.

00:15:29: Jan Richarz: Als ich studiert hab, war das.

00:15:30: Jan Richarz: So ne, da war ganz klar ja, wenn du auf die FH gehst, dann dann dann wirst du nur Bauleiter, mehr machst du dann gar nicht.

00:15:37: Jan Richarz: Das ist heute nicht mehr so. Auch Sie haben die Chance und die Möglichkeit, mit uns tief in diese Materie rein zu gucken und wir stehen dann von allen Seiten da und sind interessiert an dem, was rauskommt, an dem, was sie da machen. Und wenn wir Glück haben, kommt am Ende des Prozesses, den sie jetzt starten, dessen Ende sie aber vielleicht gar nicht erleben werden, weil sie ihr Studium viel früher vorbei ist, als wir fertig werden.

00:16:00: Jan Richarz: Kommt was raus mit dem wir im Dom arbeiten werden und das ist mir ganz wichtig also das was sie beginnen das ist was mit dem wir tatsächlich arbeiten werden das ist nicht ne Arbeit die irgendwo ne Schublade verschwindet ja.

00:16:12: Jan Richarz: Ja, insofern Jannik würde ich mal an dich übergeben, dass du vielleicht noch n bisschen was.

00:16:15: Yannick Ley: Zum 3 D Projekt erzählst ja sehr gerne Yannick Ley:, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Architekturgeschichte hier in Aachen.

00:16:25: Yannick Ley: Ja also einer meiner forschungsschwerpunkte ist eben die Digitalisierung baukulturellen Erbes und ja was man wie man damit weiter forschen kann mit dieser Digitalisierung wie man die nutzen kann um architekturhistorische.

00:16:40: Yannick Ley: Bauphasen darzustellen und eben natürlich die architektonischen Zeugnisse aus der Vergangenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt festzuhalten. Und genau das haben wir eben hier am Aachener Dom auch gemacht. Wir haben im Oktober 2022 begonnen mit dem hochpräzisen Laserscan hier am Aachener Dom und haben damit ja ein Abbild des Domes in einem sehr großen Detailtiefe.

00:17:04: Yannick Ley: Eben für den Oktober 2022 das ist glaub ich auch immer ganz wichtig dabei zu sagen, dass es eben ein ein ein in 22 haben wir angefangen und dann 23. Genau haben wir noch mal weiter, also das ist auch etwas, was durchaus noch kontinuierlich.

00:17:21: Yannick Ley: Ergänzt wird und fortgeschrieben wird. Und ja, genauso wie das Gebäude sich weiterentwickelt, weitergebaut wird, verändert, muss sich eben auch diese Nachbereitung und das, was eben aus dem Laserscann entsteht, das Modell auch weiterentwickeln und Transformierbar sein, anpassen können, bis dann halt irgendwann wieder eine neue Dokumentation vielleicht notwendig.

00:17:42: Yannick Ley: Wird.

00:17:43: Yannick Ley: Ja, das Projekt ist.

00:17:47: Yannick Ley: Aus einer Kooperation geboren, die in meinem Erasmus Semester angefangen hat. Ich war als Erasmus Student 2019 in in in Rom und hab dort Professor Biancini kennengelernt, der sich mit der Digitalisierung vieler architektonischer Bauten in in Rom beschäftigt. Damals unter anderem war ich im Projekt zu Santa Maria Maggiore eine große Kirche, die mit Sicherheit.

00:18:14: Yannick Ley: Ein Begriff ist in Rom.

00:18:16: Yannick Ley: Involviert und wir sind dann an einem Vorlesungstag.

00:18:23: Yannick Ley: Ins Gespräch gekommen und als er dann gehört hat, dass ich aus Aachen komme, drehte er also gegen erstmal seine Augen begeistert auf. Er drehte sein iphone um und dann blickte man hoch ins Oktogon des Aachener Doms und es stellte sich eben heraus, dass er.

00:18:39: Yannick Ley: Zu mittelalterlichen Gewölbestrukturen promoviert hat und da der Aachener Dom natürlich ein ganz zentrales Beispiel und ein ganz zentrales Architekturhistorisches.

00:18:49: Yannick Ley: Zeugnis war ja, und damit war eigentlich der Grundstein für die nächsten Jahre gelegt. Als ich dann eben meine Masterarbeit fertig hatte, hat sich ja dem Rauskristallisiert, dass ich gerne zu antiken Tempeln, die zu Kirchen umgenutzt wurden, in Rom promoviert möchte und dazu auch gerne Laserscans durchführen würde und ja, in einem Gespräch haben wir dann festgestellt, dass wir uns da eben von Aachen nach oben die Hand reichen könnten und ich eben durch eine vergangene.

00:19:19: Yannick Ley: Mitarbeit hier am Dom eben die nötigen Verbindungen hier hinknüpfen kann und sie mich in Rom mit.

00:19:27: Yannick Ley: Den Anknüpfungspunkten dort versorgen können? Ja, und genau so ging es dann eben kontinuierlich weiter. Wir haben das ganze Projekt geplant, haben anhand von den Grundrissen und schnitten, die schon vorhanden sind, die laserscan Position hier festgelegt, annähernd 300 Stück.

00:19:46: Yannick Ley: Die wir eben auf allen Ebenen durchgeführt haben. Also wie wir hier am Domhof beispielsweise standen. Genauso standen wir oben auch auf dem Dach auf der Gotischen.

00:19:55: Yannick Ley: Chorhalle drumherum und haben ja alle.

00:20:00: Yannick Ley: Möglichst zugänglichen Winkel aufgenommen und ja, den Dom auf ganz besondere Art und Weise dort erkundet.

00:20:08: Yannick Ley: Danach wurde das dann dieser Laserscan zusammengefügt und dann entstand diese ja sehr, sehr große Datei, die sie eben schon erwähnt hatten, die jetzt eben weiterverarbeitet werden muss, damit eben hier am Dom.

00:20:22: Yannick Ley: Damit gearbeitet werden kann damit Informationen dort abgelegt werden können und Das Ziel ist eben dass dort ein Heritage bim Model ein Age bim Model daraus entsteht.

00:20:33: Yannick Ley: Mit wie Herrn Richards gerade eben schon gesagt hat, ist es so ein durchaus langer und komplexer Prozess, der sich eben momentan in der in der Findung auch in der in der in der Förderungsbeantragung befindet. Und ja, wir freuen uns sehr, dass es das Interesse gibt, Teile des Laserscans eben jetzt in diesem Seminar zu verwenden, und wir haben einen Ausschnitt zur Verfügung gestellt, der Nikolaus Kapelle und.

00:20:59: Yannick Ley: Wir freuen uns da mit euch, mit ihnen zusammenzuarbeiten und zu sehen, wohin die au Realisierung des Domes dann führen.

00:21:07: Martin Zerwas: Hubert.

00:21:08: Jan Richarz: Tja, ich kann noch mal ganz kurz was zum zum Wunschgedanken, der bei uns dahinter steckt, sagen Auroralisierung ist ja erstmal n Stichwort mit dem.

00:21:15: Jan Richarz: Man ja von extern nicht so viel anfangen. Ne Aura ist auch wenn ich das hier unten bei uns im Haus sage immer so n esoterisches Wort ne dann kommt immer das große Fragezeichen ist jetzt der nächste Wünschelrutengänger im Anmarsch oder was passiert also das kommt hier vor.

00:21:30: Jan Richarz: Tatsächlich ist es aber so, dass wir gerade zum Beispiel durch die Konzerte, durch die ganze Musik, die wir gestalten, ja auch n Raum haben, der einen gewissen Klang hat. Und unsere Fragestellung ist, setzen wir unsere Positionen richtig, sind die Musiker richtig positioneniert, können wir was verändern, verbessern, wie kann man vielleicht auch Ergebnisse produzieren, dass wir aus dem, was hier jetzt erarbeitet wird, quasi unser Veranstaltungsmanagement verbessern können.

00:21:56: Jan Richarz: Und dann natürlich die wissenschaftliche Frage noch, wie sah der Dom zu Zeiten Karls des Großen aus? Das können wir grob rekonstruieren im Grundriss.

00:22:04: Jan Richarz: Im Mauerwerk ist das ganz klar, aber die Wandoberflächen, die sind immer noch n bisschen großes Fragezeichen.

00:22:10: Jan Richarz: Und.

00:22:10: Jan Richarz: Wenn man irgendwann das Modell so richtig auch mal zurückgerechnet hat und sagt, das ist jetzt hier unser digitales Modell vom karolingischen Dom, dann könnte man auch überlegen, wie hat der geklungen. Man kann versuchen, das mal rein zu positionieren und das.

00:22:24: Jan Richarz: Tolle Aussichten, wenn man das mal machen kann.

00:22:27: Jan Richarz: Denn damit wird das plötzlich, wir sagen ja dazu, immer so eine immersive Erfahrung. Also plötzlich ist man mittendrin und guckt nicht nur noch auf dem Plan oder auf so eine Zeichnung, die jemand gemacht hat, sondern man hat plötzlich was auf den Ohren, ein Klangerlebnis, und das ist eine ganz andere Welt als eben einfach nur das visuelle.

00:22:43: Martin Zerwas: Ja, soviel zur Aufgabe. Ja, genau das ist eigentlich alles ja, deswegen auch nicht alles für dieses Semester, sondern wir haben dann auch im im Vorfeld gesagt, das gibt so viele Unbekannte, das fängt wie gesagt damit an, wie verarbeiten wir dieses große Modell.

00:22:59: Martin Zerwas: Und um nicht direkt am Großen zu scheitern, haben wir gesagt, wir konzentrieren uns dann letzten Endes für unser Modul jetzt hier auf eine Taufka oder auf die Taufkapelle Nikolaus auf die Nikolauskapelle. Tschuldigung, ja, ja, sorry.

00:23:13: Martin Zerwas: Weil die n bisschen von der Geometrie von der Größe von der Komplexität beherrschbarer ist als der als das oktogon zum Beispiel oder auch dann die erweiterungsbauten aus späterer Zeit des Doms sondern das soll so die Erfahrungswerte liefern die die Knackpunkte aufzeigen wir.

00:23:32: Martin Zerwas: Haben da auch sicherlich einfachere akustische Szenarien aktuelle. Wir haben auch einfachere bauhistorische Fragestellungen an an der Nikolauskapelle, insofern ist das jetzt der Beginn, aber das soll weitergehen.

00:23:47: Martin Zerwas: Für euch auch natürlich gerne, aber an sich ist dann das ein langjähriges Projekt, würde ich mal sagen, mit den ganzen Fragestellungen, die jetzt schon da sind, die aber auch kommen werden. Also ich kenne das aus diesen.

00:24:00: Martin Zerwas: Aufgaben der Hörbarmachung das wär vielleicht ne alternative Begriff um das Aura zu vermeiden.

00:24:07: Martin Zerwas: Weiß ich, dass wenn man mal die, wenn man das mal erlebt hat, tatsächlich.

00:24:11: Martin Zerwas: Dann kommen viel mehr Fragestellungen und wenn man das dann auch noch erläutern kann, was man da hört, tauchen auch noch mehr Fragestellungen tatsächlich auf. Und insofern weiß ich, dass da ganz viel spannendes Potenzial drin ist.

00:24:28: Martin Zerwas: Ja, ich würd sagen, wenn ihr Fragen habt, bitte sofort stellen, nicht irgendwie aufheben zu bis zum Schluss. Weiß jetzt nicht ob sie ja ich würde vorschlagen, dass wir jetzt mal reingehen um 10:00 Uhr beginnt n Gottesdienst, da müssen wir wieder raus.

00:24:42: Jan Richarz: Ne und dann vorher einmal drin richtig rum gucken in der Nikolauskapelle auch mal sich so n wirklich n Bild verschaffen. Es gibt den unteren Bereich, es gibt aber auch nen oberen Bereich in der Kapelle wo man auch noch mal ne ganz andere Raumerfahrung hat.

00:24:55: Jan Richarz: Da könnt ihr oder können Sie nur mit mir hin und das geht nicht einfach so. Ich würd jetzt vorschlagen, wir gehen einfach mal rein unten rum und gehen dann gleich wenn der Gottesdienst gestartet hat mal oben auf die Empore und gucken uns das mal in Ruhe an und gehen dann durch den Kreuzgang wieder, da können wir.

00:25:08: Jan Richarz: In aller Ruhe uns bewegen, ohne dass wir den Gottesdienst stören. Ja, genau.

00:25:25: Was?

00:25:29: Was?

00:25:37: Jan Richarz: Ja, das hier ist die Nikolauskapelle.

00:25:40: Jan Richarz: Ein Bau aus der Zeit des 15. Jahrhunderts.

00:25:44: Jan Richarz: Das ersetzt eine Kapelle, die schon im 11. Jahrhundert gebaut wurde. Die ist abgerissen worden, dann hat man diese hier gebaut, man sieht an der Raumgröße, eigentlich ist die Kapelle sowas wie eine kleine Kirche, das ist schon für ne Kapelle ziemlich groß.

00:25:58: Jan Richarz: Und es ist auch vom Dom her so. N ganz eigener Typus, der ganz anders funktioniert.

00:26:03: Jan Richarz: Als der Dom mit dem Oktogon als Zentralbau eigentlich gerichtet ist. Das hier ist n Längsbau mit einem Umgang da vorne geht es ins Kloster, in in den Kreuzgang. Also heute natürlich nicht mehr Kloster, aber früher als Stift so durch die Stiftsherren.

00:26:16: Jan Richarz: Belebt und das hier ist die grablege der stiftsherren und zwar der der vorsitzenden der pröbster also mein Chef heute ist der dompropst das ist n Gremium von priestern das Domkapitel und der dompropos steht dem Kapitel vor.

00:26:31: Jan Richarz: Und.

00:26:33: Jan Richarz: Mit dem Domprof muss ich eben alles besprechen und das Domkapitel entscheidet über den Weg und die wesentlichen Maßnahmen, die wir hier machen. Ich mach also entsprechende Vorschläge und dann gehen wir da entsprechend lang.

00:26:45: Jan Richarz: Und diese Kapelle ist dann ganz explizit immer dem Stift vorbehalten gewesen in früherer Zeit heute natürlich offen, wie alles am Dom, soweit möglich auch für Besucher. Man sieht sehr schön auf dem Boden diese ganzen abgenutzten Grabsteine, die sind alle eigentlich sehr stark durchgestaltet durch die enormen Besucherzahlen ist die Abnutzung aber auch sehr viel stärker geworden in den letzten Jahren, zum Glück hat.

00:27:08: Jan Richarz: Vor über 100 Jahren jemand diese ganzen Grabsteine mal aufgenommen und aufgeschrieben was da drauf steht und versucht die Wappen zu zeichnen. Aber auch da war schon viel abgelaufen. Heute finden in dieser Kapelle immer noch kleinere Gottesdienste statt, mal eine Taufe, mal auch eine Hochzeit.

00:27:25: Jan Richarz: Wir werden wir überlegen, auch die Kapelle umzubauen, ein wenig, dass wir eben die Raumrichtung drehen, die eigentlich in diese Richtung ist. Irgendwann vielleicht in diese Richtung zu drehen.

00:27:33: Jan Richarz: Hier durch die.

00:27:35: Jan Richarz: Joche zwischen Pfeiler und Säule auch mal ne Abtrennung stellen, aber ne Transparente, so dass man einen Umgang hat. Da vorne schließt sich nämlich die nächste Kapelle an und wir nutzen den Weg da hinten rüber auch immer noch.

00:27:47: Jan Richarz: Das ist hier aber alles noch so ein Projekt der nächsten Jahre. Dann kriegt die Kapelle auch ne neue Beleuchtung, die hat nämlich zurzeit noch diese alte 70er 80er Jahre Beleuchtung und man merkt es ist sehr schummrig, mehr geht nicht als das was hier Grad ist. Da müssen wir dann baustrahler anschalten, die da oben auch hängen. Es ist also alles ein bisschen schwierig, dann haben wir hier einen kleinen angebauten Chor, da steht ein Altar drin, der von einem früheren Baumeister mal errichtet wurde.

00:28:14: Jan Richarz: Und das ist auch heute immer noch die Hauptrichtung. Hier ist der eigentliche Zelebrationsaltar und der große Hochaltar da hinten, der wird im Gottesdienst gar nicht mehr genutzt, der ist im Prinzip dann noch so etwas wie.

00:28:23: Jan Richarz: Kerzenständer.

00:28:24: Jan Richarz: Vielmehr passiert da nicht unfern die Beichtstühle. Tatsächlich ist es im Dom so, dass zur Beichte samstags immer noch viele Menschen kommen, das heißt, an manchen Tagen sind beide Beichtstühle durch Mitglieder des Domkapitels als Priester besetzt, und die Menschen können dann dazu Beichte.

00:28:40: Jan Richarz: Kommen, und das ist eben auch noch was, was in diesem Raum ist. Und in dem Moment, wo die Beichte stattfindet, ist die absolute.

00:28:48: Jan Richarz: Ne, und dann haben auch wir quasi die Vorgabe, wenn wir uns hier durchbewegen ganz ganz reduziert zu sein, ne und möglichst die Leute nicht zu stören, auch die Menschen, die die Beichte ablegen wollen vielleicht gar nicht gesehen werden und da muss man dann auch drauf Rücksicht nehmen und oben haben wir tatsächlich noch eine Orgel stehen, die auch den Raum bespielen kann, das können wir dann vielleicht auch mal machen, dass der Organist das eben mit uns bespielt, man hört ihn ja gerade, wie er da ein wenig spielt auf der Großen.

00:29:12: Jan Richarz: Und oben in dem Bereich gibt es auch noch n Areal, wo unsere Restauratorin ein großes Gemälde liegen hat, an dem sie gerade arbeitet. Das gucken wir uns gleich an.

00:29:21: Jan Richarz: Joa, das wäre es im Prinzip und hier vorne steht noch ne kleine Thronorgel, die im Wesentlichen bei den Gottesdiensten hier genutzt wird. Also wir haben hier 2 verschiedene Orgeln im Raum, die ganz unterschiedlich klingen, das hier ist ne modernere und oben steht eine aus dem 19. Jahrhundert.

00:29:35: Jan Richarz: Die aber gar nicht hier für den Raum gemacht wurde sondern die aus Italien stammt und die erst in den neunzehnhundertsiebzigern hier aufgestellt wurde.

00:29:43: Jan Richarz: Also dieser Raum ist etwas divers und hier anschließend in der Kapelle ist die Bischofsgruft, wo dann unten die Bischöfe bestattet sind und hier eben so ne Gedenkkapelle haben die auch nicht bespielt wird, die wird nur zum Andenken genutzt, auch das ist eine Baumaßnahme, die wir in den nächsten 2 Jahren angehen, diese Kapelle neu zu gestalten, also hier passiert einiges und das ist zum Beispiel auch eine Überlegung, wenn wir ein 3 d Modell haben.

00:30:08: Jan Richarz: Und wir?

00:30:09: Jan Richarz: Beläge ändern oder wie hier mal so eine Trennwand einziehen, dann können wir vielleicht mit so einer Oralisierung auch überlegen, wie verändert das den Raum, den Gottesdienst, den Klang, das Konzert, wie wirkt die Orgel dann? Norgel ist ein höchst komplexes Instrument.

00:30:23: Jan Richarz: In der großen Orgel sind Tausende pfeifen die unterschiedlichen Töne machen und wenn man Ich weiß nicht ob sie das kennen wenn man an so einem Orgel spieltisch sitzt mit den ganzen registern pedalen und den Tasten.

00:30:36: Jan Richarz: Meine Tochter hat mit 10 Jahren das erste Mal so n Orgelspielisch gesehen, so richtig davor gestanden hier im Dom und gesagt Boah, ist das n krasses Keyboard, ne also.

00:30:48: Jan Richarz: So kann man sich das vorstellen. Es ist sehr, sehr komplex das.

00:30:52: Jan Richarz: Füllt aber eben den Raum auch aus. Man merkt ja jetzt, der spielt ganz ruhig, ganz leise eigentlich gerade, aber trotzdem haben wir hier das Gefühl, als wäre das schon nah an uns, ne und das ist eben auch eine Erfahrung, die man hier machen kann.

00:31:05: Martin Zerwas: Ich würd vielleicht noch n bisschen ergänzen. Ihr habt ja jetzt so n. Zum einmal haben wir uns ja mal mit der Simulation auseinandergesetzt. Ein wichtiges Element ist, dass man nachher die Oberflächen definiert, das heißt sammelt jetzt schon gerne Eindrücke, das ist natürlich jetzt hier unten n Raum, der zugänglich ist erstmal.

00:31:22: Martin Zerwas: Mit der Ausnahme, die sie beschrieben haben. Also ihr könnt natürlich auch wiederkommen, ihr werdet wiederkommen müssen, um euch mal anzugucken, was ist da jetzt mal n bisschen näher an so n Bild rangehen, das ist aber auch was reflektierendes akustisch, also so Sachen musst du nachher auch im Modell letzten Endes abgebildet werden und wir werden solche Sachen extrem vereinfachen müssen, also Säulen werden natürlich extrem vereinfacht.

00:31:45: Martin Zerwas: Mindestens auch was rundes, wer nicht sogar auf was eckiges, weil das sonst auch die Rechenzeit explodieren lässt. Und das ist eben ne ganz spannende Sache. Wie wie stark müssen wir es vereinfachen, auch die Gewölbe zum Beispiel auf die ganzen Öffnungen, die jetzt drin sind, akustische Öffnungen, die da sind, weshalb wir dann auch später, wenn wir nicht stören, mal Messungen machen werden, Aufnahmen machen wollen und.

00:32:10: Martin Zerwas: Also wollen werden auch gerne, aber um dann auch n Modell abzugleichen mit der Realität. Ne das was wir in dem Klärwerk in Krefeld auch schon mal gemacht haben.

00:32:20: Martin Zerwas: Solche Messungen müssen wir hier auch oder würde ich gerne hier auch machen und dann werden wir merken, der Raum ist eigentlich zu groß für diese Messungen. Das heißt, auch da müssen wir uns so n bisschen paar Tricks überlegen, vielleicht mit der Orgel zusammen, dann die Nachhallzeit messen, sowas, damit das Modell auch halbwegs mit der Realität übereinstimmt, damit wir dann, wenn das passt, können wir das alles untersuchen, ja was bringt eine Wand, einen Vorhang, was auch immer man sich da jetzt ausdenken kann.

00:32:46: Martin Zerwas: Könnte können wir dann eben simulieren. Und wie sich es anhört, können wir dann auch ausgeben und Wunsch wäre natürlich, das hatte ich auch schon gesagt, dass vielleicht zu verknüpfen mit einer visuellen Realitätsvirtuellen visuellen Realität müssen wir gucken, wie weit wir da kommen.

00:33:02: Jan Richarz: Dann gehen wir mal hoch.

00:33:05: Jan Richarz: Oben ist noch mal ganz anders. Also jetzt hat man hier so n Raumeindruck und oben wirkt der Raum plötzlich ganz anders. Ist ganz spannend.

00:33:17: Jan Richarz: Die noch ja, aber die ist wie gesagt nicht für diesen Raum gemacht. Eigentlich muss man eine Orgel immer speziell für den jeweiligen Raum entwickeln oder darauf umbauen, die ist hier eigentlich nur reingestellt worden und hat akustisch so ihre Probleme mit dem Raum.

00:33:33: Jan Richarz: Also das ist immer die Frage, ob wir die noch behalten oder nicht oder ob.

00:33:36: Jan Richarz: Die mal wieder abgeben würden, weil sie ja nicht originär vom Dom stammt.

00:33:42: Jan Richarz: Aber es ist natürlich n Instrument des 19. Jahrhunderts. Das macht es schon besonders, also die.

00:33:47: Jan Richarz: Holzt.

00:33:48: Jan Richarz: Eile sind natürlich mal neu gemacht worden, aber entscheidend ist die ganze Spielmechanik.

00:33:52: Jan Richarz: Und die Pfeifen, das ist alles aus dem 19., also dann auch schon ne ganz interessante Sache. Unsere große Orgel ist tatsächlich eher aus den 30er bis 90er Jahren.

00:34:03: Jan Richarz: Und die kleineren, diese Thronorgel, die sind alle 90er oder zweitausender Jahre, da haben wir auch 3 Stück von 2 im Dom, eine in der Schule.

00:34:13: Jan Richarz: Und gelegentlich haben wir auch n Flügel im Dom. Aber das ist ganz selten der Fall. Wir haben auch Konzerte mit diversen Musikern, also große Orchester, kleine Orchester, auch nur Solisten.

00:34:24: Jan Richarz: Was man sich so vorstellen kann, passiert hier, aber es gibt immer die Vorgabe, dass es Musik sein soll, die aus dem kirchlichen Kontext kommt. Das hat das Kapitel so festgelegt, das heißt, wir können hier nicht Filmmusik Konzerte machen, auch wenn wir das manchmal gerne würden, als Belegschaft fänden wir das auch toll, wenn sowas stattfinden könnte, aber wir müssen da auch natürlich die gesetzten Regeln akzeptieren, da können wir uns nicht darüber hinwegsetzen.

00:34:45: Martin Zerwas: Ist denn dokumentiert, wann wann so die erste Orgel im Dom eingebaut wurde, weil errichtet wurde das natürlich noch zu einer Zeit, wo im Gesänge.

00:34:56: Jan Richarz: Ja, sozusagen die Liturgie unterstützten Orgels sind ja tatsächlich auch schon sehr alte Instrumente, aber zum Dom zu einer ersten Domorge können wir nicht sagen, ist auch zu viel passiert. Also der Dom ist insgesamt dreimal abgebrannt, auch wenn man ihm das nicht ansieht.

00:35:10: Jan Richarz: Im 12., im 13. Und im 17. Jahrhundert. Und wir wissen auch nicht, ob dann Dinge zerstört wurden.

00:35:16: Jan Richarz: Dann haben die Franzosen den Dom siebzehnhundertvierundneunzig bis ja achtzehnhundertdrei 4 leergeräumt haben die Säulen ausgebrochen haben das Blei vom Dach genommen haben Ausstattung rausgesetzt auch der Grund warum das so verdreht ist ne erst.

00:35:27: Martin Zerwas: Und.

00:35:30: Martin Zerwas: Da vom Autobahn.

00:35:30: Jan Richarz: Gentleman genau da war es genau also das hier. Wie gesagt ist der obere Raum, wir nennen das Michaelsempore und Nikolauskapelle, oben Michael das.

00:35:41: Jan Richarz: Ist immer n bisschen verwirrend bei uns. Manche Kapellen haben 2 Namen, manche Kapellen haben nur einen Namen, also drüben haben wir Anna und Matthias als einzelne Kapellen irgendwann Nikolaus Michael Karl.

00:35:52: Jan Richarz: Muss das ist so n bisschen schwierig. Also Hubertus und Karl ist eine Kapelle, nur das untere, das Obergeschoss hat jeweils nen eigenen.

00:36:00: Jan Richarz: Genau wie hier.

00:36:01: Jan Richarz: Ins Ja, das mit den Spendern zu tun. Nee, mit den Patrozinien, die man denen damals gegeben hat, ne. Also Karl ist ja hier auch n Heiliger und Nikolaus und Michael sind Eigenheilige.

00:36:13: Jan Richarz: Die entsprechend dann verehrt wurden. In den einzelnen Kapellen gab es dann jeweils Altäre mit wiederum einzelnen Patrozinien, also zum Beispiel in in der Hubertus Kapelle gab es einen Altar für den heiligen Sebastianus und einen für den Heilinger Rasmus.

00:36:30: Jan Richarz: Und so war das mit über 40 Altären da unten vollgestellt, wo man jetzt natürlich die Patrouzinien alle benennen könnte, was aber sehr verwirrend, und die haben alle unterschiedliche Ansprech Partner gehabt. Also ich weiß nicht, glaub Erasmus ist derjenige, den schwangere Frauen für eine gute Geburt angebetet haben und das war dann ein öffentlicher Altar, wo dann die Menschen in den Dom kamen und vor dem Altar haben beten können, ganz einfach.

00:36:56: Jan Richarz: Während andere Altäre dann nur den Stiftsgeistlichen vorbehalten waren und wiederum ein anderer hier oben in der Kapelle beispielsweise, wo nur der Propst als der Vorsteher des Stiftes hat, seinen Gottesdienst verrichten dürfen, in früheren Zeiten heute alles entspannter.

00:37:11: Jan Richarz: Mein Chef sagt, ich brauch keinen Altar, jeder Tisch kann mein Altar sein, wir machen das so, dass es eben für alle Menschen gutes.

00:37:20: Jan Richarz: Das ist der Kern.

00:37:23: Yannick Ley: Ja vielleicht bevor wir uns verteilen noch 23 Worte wie wir beim laserscan hier vorgegangen sind weil da ist die nikolauskapelle und die michaelsemore tatsächlich auch n sehr interessantes Beispiel wie sie später auch im.

00:37:37: Yannick Ley: Laserscan Ausschnitt sehen können werden, wenn wir einmal hier auf die Stufe gehen und runter gucken, dann wird einem glaub ich noch mal sehr deutlich klar wie groß der Höhenunterschied ist, den wir hier überwunden haben, indem wir die kleinere Treppe zum Quadrum, zum Kreuzgang und dann eben die größere Treppe hoch.

00:37:57: Yannick Ley: Begangen sind, und das stellte auch eben eine Herausforderung im Laserscan dar, weil sie müssen sich vorstellen, wir haben 2 Teams gehabt mit 2 laserscannern und.

00:38:10: Yannick Ley: Es ist immer das Ziel, dass man mit dem Scanner möglichst viel Überlagerung zwischen den einzelnen Scannstationen hat, weil die werden dann übereinander gelegen und referenzieren sich quasi gegenseitig und bilden dann insgesamt ein stabiles System und desto mehr Überschneidungen es gibt.

00:38:26: Yannick Ley: Desto stabiler wird dieses System im Endeffekt, wie jedes Bauwerk und dadurch, dass man natürlich hier die hohe Brüstung hat, mussten wir hier eben ganz genau.

00:38:36: Yannick Ley: Welche Station können wir unten aufstellen und wie hoch müssen wir hier oben den Laserscanner aufstellen, damit er quasi ne möglichst große Überschneidung mit den Punkten hat, die von unten nach oben generiert wurden? Dann gab es natürlich gleichzeitig eben noch die Überschneidung oder die Anschlusspunkte mit den Stationen, die man auf der Treppe draußen hatte oder dann eben von unten aus der Nikolauskapelle eben ins Quatterum hinein und das leiten wir uns zum nächsten Punkt, weswegen hier.

00:39:02: Yannick Ley: Das Aufmaß auch ganz besonders.

00:39:04: Yannick Ley: War, weil wir da.

00:39:04: Yannick Ley: Dadurch, dass Oktogon die Nikolauskapelle und das Quadrum miteinander verbinden konnten und gleichzeitig den Anschluss hier nach oben legen konnten und dadurch dann wieder den Anschluss ins Obergeschoss des Oktogons nämlich legen konnten.

00:39:20: Yannick Ley: Sodass ja Sie hier an einem ganz wichtigen Knotenpunkt unterwegs sind. Und?

00:39:28: Yannick Ley: Ja, neben dem Laserscan, also der Punkt Wolke, die sie sehen werden, ist n ganz großer Gewinn in der Technologie mit dem Scanner den wir verwenden konnten, der zu diesem Zeitpunkt und auch immer noch wirklich in n State of the Art Techno Technology für den Laserscanner ist und der große Vorteil besteht darin, dass neben dem Laserscann an sich, der schon hochpräzise Punkte aufmisst an jeder einzelnen Scan Station eine 360 Grad panoramafotografie aufgenommen wird.

00:39:59: Yannick Ley: Das heißt, das führt im späteren, in der späteren Punktwolke dazu, dass sie.

00:40:03: Yannick Ley: Die sogenannte Spiegelkugeln, immer im der Punktwolke sehen können, die sie anklicken können und.

00:40:13: Yannick Ley: In an in dieser Position befinden sie sich dann an der Position des Laserscanners und können sich quasi wie als würden sie hier im Raum stehen, 360 Grad im Raum umgucken. Das ist ganz ähnlich vielleicht der, der der Methode und der benutzerfreundlichen Bedienung von Google Street View, Ich glaube, das kennen wir ja alle und genau so kann man sich dann eben auch in dem Laserscanner navigieren und nicht nur navigieren und anschauen, sondern dort auch Maße nehmen, also diese 360 Grad Fotografien sind entzerrt und.

00:40:40: Yannick Ley: Skaliert, sodass sie dort eben ja Maße nehmen können, Oberflächen untersuchen können, und die können da ein sehr sehr gutes Hilfsmittel glaub ich für ihre Modellierung sein. Und ja, da würd ich gerne noch mal einmal auf das zurückkommen, was sie eben gesagt haben mit der Vereinfachung, weil das eben auch genau das Thema ist, das uns herausfordert, nämlich wie, wieviel muss man kann man, sollte man vereinfachen um das Modell.

00:41:07: Yannick Ley: Handhabbar und benutzerfreundlich zu machen, um gleichzeitig nicht die Komplexität und auch.

00:41:12: Yannick Ley: Auch.

00:41:15: Yannick Ley: Die interessanten Details zu verschweigen, also das ist genau ne wichtige Balance und hängt damit ja dann auch immer zusammen, was man mit dem Modell erreichen möchte. So was mir eben gut vorstellen kann, dass man eben in einem Modell was zu einer.

00:41:27: Yannick Ley: Moralisierung eben. Nützen soll noch mal andere Schwerpunkte setzt als vielleicht in einem Modell, was eine besondere Architektur, historische Bauphase rekonstruieren soll, dass sie da ja sehr interessant, sehr interessiert auch in ihren Ergebnissen später bin.

00:42:05: Jan Richarz: Ja, das war mal n Einblick der anderen Art glaub ich ne, also gerade so n Orgelspiel. Man hat also das war Professor Michael Hoppe, der hier in der Aachener Musikhochschule lehrt und eben bei uns Domorgist ist.

00:42:17: Jan Richarz: Man merkt beim Spiel dann auch, dass er das wirklich mit Leidenschaft betreibt. Ne, das konnt man schon.

00:42:24: Jan Richarz: Vorher beim Üben, beim Einspielen, so n bisschen hören und jetzt gerade beim Bootspielen hat er sich gefreut, dass sie da waren. Hat er noch.

00:42:30: Jan Richarz: Kurz gesagt, weil er zeigt das auch ganz gerne, was er macht.

00:42:35: Jan Richarz: Da es unsere Domsingschule, die haben jetzt die Pause, vorbei, müssen aufräumen, dann ist es ja auch immer ein bisschen laut, aber das gehört zum Leben am.

00:42:41: Jan Richarz: Einfach dazu. Wir haben im vergangenen Jahr.

00:42:45: Jan Richarz: Ein Quatsch in diesem Jahr. Vergangen ist. Also das war schon 2023, pardon, mit gemeinsam mit der FH und mit Studis von der.

00:42:56: Jan Richarz: Na, Pan State University, hier ein Entwurf gemacht, um die Schule für neu zu gestalten, also Stegreifentwurf eigentlich und wollen, dass die nächsten Jahre noch mal ein bisschen ausführlicher gestalten.

00:43:08: Jan Richarz: Da wurden die Kinder auch gefragt, wie sie das hier finden und wie sie das alles sehen. Das war n sehr interessante Ergebnisse und auch das gehört zu meinen Aufgaben, ne also immer zu gucken wie man dieses Leben am Dom auch immer wieder übereinbringen kann und das baulich umsetzen, was es dann die ganz spannende Frage.

00:43:29: Martin Zerwas: So, das war der erste Teil der Dokumentation über die Domauralisierung und den 3 d laserscan.

00:43:37: Martin Zerwas: Das Projekt läuft jetzt noch weiter. Die Aufnahme fand Ende November statt. 2024 und ich denke, dass es Anfang 2025 die Fortsetzung dazu geben wird. Ich hoffe, Sie hatten einige informative Minuten für die, die bis hierhin zugehört haben. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, wo immer sie sind und ja, hören Sie uns bald wieder bis dahin tschüss.

Über diesen Podcast

Neues aus der Bauphysik, nachhaltigem Bauen und Digitalität im Bauwesen. Hier finden Sie Gespräche, Diskussionen und Gedanken mit interessanten Menschen.

von und mit Martin Zerwas

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